Lorsbacher Wand

Edi-RouteDer "Hausfelsen" der IG Klettern und Naturschutz in Rhein-Main

Der ehemalige Schiefersteinbruch im Schwarzbachtal zwischen Lorsbach und Eppstein ist das älteste Extremkletterziel in ganz Südhessen und gilt heute noch als bedeutendster Kletterfelsen des Taunus.

Die Lorsbacher Wand wird seit den frühen dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts beklettert, wie alte Wandbücher belegen. Die Lorsbacher Wand ist eines der extrem raren Fälle, wo noch originale Wandbücher aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg existieren. Siehe: Kletterhistorie der Lorsbacher Wand

Die Lorsbacher Wand wurde in den 1980er Jahren von der Unteren Natuschutzbehörde des Main-Taunus-Kreises mit einem festen halbjährigen Kletterverbot belegt. Zur Begründung wurde angegeben, dass es sich um einen "potentiellen Brutplatz des Wanderfalken" handeln würde. Und diesem Greifvogel sollte eine ungestörte Ansiedelung ermöglicht werden.

Die IG Klettern und Naturschutz Rhein-Main erachtete den genannten Sperrungsgrund als fragwürdig und konstruiert und die starre halbjährige Sperrung vom 1. Januar bis 30. Juni für einen nur "potentiellen" Brutvogel als verfehlt und überzogen an. Nach langen zum Teil sehr strittigen Debatten und unter Hinzuziehung eines biologischen Gutachtens einigte man sich schließlich doch auf eine geänderte Sperrungsregelung als Teil eines neuen Schutzkonzeptes. Diese kommt sowohl den Bedürfnissen der potentiellen Wanderfalken zu Gute, wie denen der Kletterer. Die Falken können bereits ab Dezember ungestört an der Lorsbacher Wand nach einem Brutplatz Ausschau halten. Die Kletterer können dafür ab dem 1. April wieder Klettern, sofern sich kein Falke angesiedelt hat.
 

Schutzkonzept für die Lorsbacher Wand
Schutzkonzept Lorsbacher Wand

 

Am 24. Mai 2003 sendete der Hessische Rundfunk in seinem dritten Fernsehprogramm in der Reihensendung Service Natur einen Beitrag über das Klettern und die Kletterregelung an der Lorsbacher Wand im Taunus: HR-Film über die Lorsbacher Wand in "Service Natur"

Die IG Klettern und Naturschutz in Rhein-Main e.V. betreut die Lorsbacher Wand seit ihrer Gründung im Jahr 1995. Nachdem im Jahr 1998 die lange Ära des starren, halbjährigen Kletterverbotes zu Ende ging, konnte sich die IG Klettern der Verbesserung der Infrastruktur und der fixen Sicherungsmittel widmen. Dazu wurde 2001 eine umfassende Hakensanierung durchgeführt. Um möglichen Erosionsschäden auf dem Zustieg von der L3011 zum Fels vorzubeugen wurde von Mitgliedern der IG Klettern Rhein-Main der Zustiegspfad mit Stufen befestigt. Dieser Weg wird seit dem jedes Jahr gepflegt und gewartet.

 

Wegebau an der Lorsbacher Wand 2016

Wegebaumannschaft 2016

 

 

Wegebau an der Lorsbacher Wand 2011

Wegebaumannschaft 2011