Grundsatzpositionen

An der Lutzplatte im MorgenbachtalDie Natur begreifen fängt mit Klettern an!

 

1.  Kletterer sind natürliche Verbündete der Natur

Als Kletterer an Felsen sind wir gerne in der Natur und verstehen uns als Gast in den Felsbiotopen. Als Freunde der Natur sind wir die natürlichen Verbündeten für einen ausgewogenen, unideologischen, an der Sache orientierten Naturschutz.

 

2.  Klettern lokal und regional

Klettersport muss überall dort lokal und regional möglich sein, wo es geeignete Felsen gibt. Sperrungen aus Naturschutzgründen dürfen das Klettern nicht flächendeckend unmöglich machen und Kletterer damit zu weiten Fahrten in entfernte Klettergebiete zwingen. Flächendeckende Sperrungen von Felsen sind kontraproduktiv für den Naturschutz. Sie produzieren unnötigen Verkehr und entwurzeln die Kletterer von ihren heimischen Felsen.

 

3.  Regeln für Regelungen

Akzeptable Regelungen in Klettergebieten sind für uns verhältnismäßig, nachvollziehbar und stichhaltig, rein naturschutzfachlich begründet. Sie werden von der Allgemeinheit der KlettererInnen getragen und garantieren freies Zugangsrecht für alle Kletterer. Das heißt, es gibt z.B. keine Beschränkungen auf bestimmte Personenkreise.

 

4.  Sanierung von Kletterrouten und -gebieten, Neutouren

Die Sanierung von bestehenden Routen und die Erschließung von Neutouren ist für den Fortbestand und die Entwicklung von Klettergebieten notwendig. Hierbei ist jeweils der gebietsspezifische Charakter und Erschließungsgrad zu berücksichtigen.

 

5.  Routenrückbau

Pauschale Routenrückbauten bzw. Haken-Entfernungen lehnen wir ab.

 

6.  Regelungs- und Lenkungsmaßnahmen in Klettergebieten

Im Falle einer Regelung sind differenzierte und spezifische, an die jeweiligen Verhältnisse angepasste Lösungen und Lenkungsmaßnahmen ausreichend. Pauschale Sperrungen - z.B. auf der Basis von abstrakten Gefährdungsannahmen oder auch monatelange feste Sperrzeiten wegen Vogelbrut - lehnen wir ab.

 

7.  Überwachung und Einhaltung von Regelungen

Maßnahmen wie Gebühren, Eintritt, Anmeldung/Klettererlaubnis, Kontingentierung, Kontrollen und Ordnungsdienste lehnen wir ab. Wir wissen aus Erfahrung: Das effizienteste Mittel, um die Einhaltung von Regelungen sicherzustellen, ist deren Akzeptanz. Akzeptable Regelungen sind transparent (s. # 2.) . Wir setzen auf Information und Aufklärung der Kletterer.

 

8.  Gebietsverantwortung mittels Vereinbarungen

a)  Patenschafts-, Nutzungs- und Pachtverträge
Rechtliche Vereinbarungen mit Naturschutzbehörden und Grundstückseigentümern stärken grundsätzlich die rechtliche Position der Kletterverbände und werden daher auch von uns prinzipell befürwortet. Ob wir einen solchen Vertrag eingehen, hängt sehr vom konkreten Einzelfall ab und ist an bestimmte Bedingungen geknüpft. So dürfen wir einerseits nicht überfordert werden, was die Übernahme vertraglicher Verpflichtungen anbetrifft - weder in rechtlicher, noch in organisatorischer oder finanzieller Weise. Ebenso muss sichergestellt sein, dass das Gebiet für alle KlettererInnen zugänglich bleibt, und die zu treffenden Regelungs- und Lenkungsmaßnahmen in einem Arbeitskreis, in dem die in der Region aktiven Kletterverbände vertreten sind, gemeinsam abgestimmt und umgesetzt werden.
b)  Trägervereine
Die Mitgliedschaft in Trägervereinen wird von uns grundsätzlich positiv betrachtet, allerdings nur unter der Bedingung, daß diese gleichberechtigt hinsichtlich der anderen Mitglieder ist.