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Steinschlag an der Lorsbacher Wand

Nach Berichten von betroffenen Augenzeugen ereignete sich am vergangenen Mittwoch, dem 28. April, im rechten Bereich des linken Wandteils ein erheblicher und potentiell tödlicher Steinschlag. Obwohl sich zu diesem Zeitpunkt einige Kletterer am Wandfuß unterhalb des linken Wandteils aufhielten, kam mit viel Glück niemand zu schaden.

Die Steine kamen nicht aus der bekletterten Wand selbst, sondern aus dem steilen, felsdurchsetzten Wald darüber. Die Steine schlugen am Wandfußsockel unterhalb des Einstiegs der Route "Verschnissnes Eck" auf. Die Einschlagmarken sind deutlich sichtbar.

Leider lässt sich im Nachhinein nicht mit Sicherheit aufklären, wie dieser Steinschlag ausgelöst wurde. In Frage kommen drei potentielle Ursachen:

  • natürliche Ursache, z.B. durch Winterfrost gelockerte Steine im Bereich der natürlichen Felsen oberhalb der bekletterten alten Steinbruchwand
  • Auslösung durch Tiere, z.B. durch die in diesen Hängen anzutreffenden Muflons
  • Auslösung durch Menschen

Eine Auslösung der Steine durch Muflons ist eher unwahrscheinlich, da sich Muflons im steilen Felsglände sehr geschickt bewegen und allenfalls einmal kleinere Steinchen lösen, nicht jedoch größere Brocken.

Nach einer Begehung und Besichtigung des Geländes oberhalb der Kletterwand kann festgehalten werden: ein natürlicher Felsausbruch an den Felsen oberhalb der Kletterwand ist nicht erkennbar. Diese mögliche Ursache kann also ebenfalls ziemlich sicher ausgeschlossen werden.

Bleibt als letzte Möglichkeit: Auslösung durch Menschen! Doch wie kann das sein?

Die Felsköpfe im Wald oberhalb der Kletterwand liegen zwar im Naturschutzgebiet und dürfen nicht betreten werden (der Aussichtspunkt des Wanderweges liegt noch einen weiteren Felsriegel höher und im Hang weiter hinten). Weil man von einem bestimmten Punkt aber einen schönen Blick ins Tal hat, kommen dort immer mal wieder Leute hin, Jugendliche auf Wald-Abenteuertour, Geo-Cacher und auch Wanderer. An der Kante des Felskopfes befand sich ein Haufen größerer Steine, die immer mal wieder genutzt wurden, um dort mitten im Naturschutzgebiet verbotenerweise eine Feuerstelle einzurichten.

Es lässt sich zwar nicht mit letzter Gewissheit sagen, dass die Steine, die am 28.4. am Wandfuß einschlugen, von dort stammen, es ist aber aufgrund der örtlichen Verhältnisse (Roll- und Flugbahn) plausibel und letztlich der einzig verbliebene Erklärungsansatz. Ob die Steine mutwillig in die Tiefe geworfen oder getreten wurden oder ob es sich um ein unbeabsichtigtes Missgeschick handelte, lässt sich natürlich auch nicht mehr aufklären.

Um die Situation für die Zukunft zu entschärfen, wurden jetzt alle größeren Steine von diesem geräumigen Felskopf entfernt. Potentielle Steineschmeißer müssten sich nun also zunächst einmal neues Wurfmaterial herantragen.

Wir werden in der IG Klettern beraten, ob wir dort oben - in Absprache mit der Unteren Natuschutzbehörde - ein dezentes aber eindeutiges Schild anbringen, das auf den Umstand hinweist, dass sich 50m unterhalb regelmäßig Menschen am Wandfuß aufhalten.

 

Gleichzeitig empfehlen wir allen Kletteren dringend:

  • Wenn ihr euch unterhalb des linken Wandteils aufhaltet, dann am besten eher etwas links, unterhalb der Einstiege der Edi-Route oder noch weiter links!
  • Am Wandfuß der Lorsbacher Wand sollten sich keine Kinder aufhalten!
  • Steinschlaghelm tragen!

 

Wir wünschen allen weiterhin ein sicheres Klettern an diesem Felsen und sonstwo.